Premiere 08.06.2026 · MontagBeginn: 19:00 Uhr
Rahmenprogramm:
Einführung im Foyer
18:00 Uhr
(08.06. & 10.06.)
Publikumsgespräch
im Anschluss an die Vorstellung (09.06.)
Lesung: Erotica – Literatur im Wandel der Zeit
in Kooperation mit Erstes Wiener Lesetheater (09.06. 17 Uhr) EINTRITT FREI
Bei Schönwetter vor dem Theater,
bei Schlechtwetter im Foyer.
Das Format
Das ArcheLab ist eine Plattform in deren Rahmen ohne Ergebnisdruck und jenseits von Konkurrenzkampf an einem Thema theatral gearbeitet und geforscht werden kann.
Ein Theaterlabor, das Wiener Künstler:innen aus dem Bereich des Sprechtheaters oder interdisziplinären Theaters einlädt, „Eros und Psyche“ theatral zu erforschen, nicht nur als Mythos, sondern als tiefgreifendes gesellschaftliches Themenfeld.
Zwei Wochen lang experimentieren vier Kollektive mit eigenständigen künstlerischen Ansätzen und entwickeln jeweils eine ca. 25-minütige Performance. Diese Performances werden von der künstlerischen Leitung des Formats in eine Aufführungsreihenfolge gebracht und durch einen gemeinsamen, Kollektive übergreifenden, szenischen Abschluss ergänzt.
An drei aufeinanderfolgenden Abenden werden die Ergebnisse öffentlich präsentiert – als gemeinsame Forschungsreise, nicht als Wettbewerb.
Das Thema
“Wie verändert sich der Mythos von Eros und Psyche in einer digitalen Gesellschaft? Was macht Erotik mit unserer Psyche? Wie beeinflusst unsere Psyche das, was wir erotisch finden? Wo liegt die Grenze zwischen Lust und Obsession? Welche Rolle spielen soziale Normen, kulturelle Hintergründe oder moderne Technologien für unsere Konzepte von Liebe, Intimität und Identität?”
Diese Fragen waren der erste Forschungsimpuls im Open Call für die zweite Ausgabe des ArcheLab. (Rückblick zu ArcheLab: Masse, Macht und Manipulation) Ein Aufruf an Wiener Kollektive, ihre eigenen Forschungsfragen zu definieren und Konzepte einzureichen, die darlegen, wie sie diese Fragen in einem theatralen Experiment erforschen wollen. Die überwiegend hohe künstlerische Qualität der Bewerbungen machte die finale Auswahl alles andere als einfach. Schließlich wurden vier Kollektive ausgewählt, deren Konzepte den Ausgangsimpuls aufnahmen und auf individuelle Art erweiterten und deren künstlerische Mittel und Methoden einander ebenso ergänzen, wie es ihre vielfältigen inhaltlichen Perspektiven tun.
Jedes Kollektiv bereichert das gemeinsame Experiment mit neuen Forschungsfragen.
Welche Motive und Narrative von Eros & Psyche finden wir in den Mythen anderer Kultur- und Sprachräume wieder? Finden wir sie heute in Dark Romantasy-Büchern im Young-Adult-Regal des Buchladens? Oder doch als Trend auf BookTok?
Was macht es mit unserer Psyche, wenn wir erotische Kontakte mit anderen Menschen durch einen KI-Partner ersetzen, den wir nach unseren Belieben modifizieren können? Begehren wir noch jemand anderen oder nur uns selbst?
Aber was, wenn auch das Sich-selbst-Lieben gar nicht so einfach ist?
Flirty Horse Art Collective: Yvonne Brandstetter, Ivan Strelkin, Stefan Zotter
REPLIKA von Flirty Horse Art Collective untersucht, wie künstliche Intelligenz neue Formen von Beziehungen hervorbringt – bis hin zu emotionalen Bindungen an Chatbots und virtuelle Figuren. Dabei verschiebt sich der Fokus von zwischenmenschlicher Verbindung hin zur Projektion eigener Bedürfnisse und Wünsche. Die zentrale Frage ist, ob Menschen heute noch einander brauchen – oder vor allem die Erfahrung von Nähe, Aufmerksamkeit und Selbstspiegelung suchen.
Amor Inc.: Anselma Schneider, Julia Pitsch, Stella Jarisch, Joseph Lang, Sophia Schiller
Was waren das nochmal für Bücher die Oma immer gelesen hat? Die Hefte aus der Trafik mit schmachtenden Frauen und Männern mit aufgerissenen Hemden? Das Buch, das wir heimlich in der Bibliothek verschlungen haben? Mit dieser einen Seite zu der ich immer wieder zurückgeblättert habe…
Die Rede ist von SMUT. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Schmutz” oder „Dreck“ und beschreibt erotisch-romantische Literatur. Doch wer Smut liest wird belächelt oder pathologisiert – Smut stört. Aber was stört da eigentlich? Die literarische Qualität? Die stereotypen Rollenbilder? Oder allein, dass Frauen* lesen, was sie nicht sollen – und begehren, was sie nicht dürfen? Und was hat das alles mit uns zu tun?
DILDO g. V.: Lara Sienczak, Melanie Klos, Paul Schliermann
In dieser DILDO g.V. Produktion sucht Psyche Eros. Keinen unsichtbaren Gott, nicht die unsterbliche Liebe oder zweifelhaft einvernehmlichen Sex. Psyche macht sich auf den Weg zum eigenen Körper, seinen Grenzen, seinen Fantasien und seiner Lust. Eine audiovisuelle Irrfahrt durch Scham, Dissoziation, Dildos und fragwürdige Dates.
Ⓒ mani froh
Oxi P.: Mobin Fathi, Georg Beham-Kreuzbauer, Vilmos Nagy, Marco Otoya, Ruei-Ran Wu
Kann man wirklich alles glauben, was man sieht – oder ist alles nur Teil eines Spiels? Spielen die Götter mit den Menschen, während diese um Liebe und Anerkennung kämpfen? Reicht Liebe aus, um jede Prüfung zu bestehen, oder ist Überzeugung die größere Macht? Und was geschieht, wenn Mythen und Technik untrennbar verwoben werden – aber Wahrheit etwas anderes ist? Oxi P. rekrutiert seine Mitglieder aus den unterschiedlichsten Winkeln dieser Welt; entsprechend vielgestaltig und abwechslungsreich sind ihre kulturellen und sprachlichen Beiträge zu dieser außergewöhnlichen Produktion.
Künstlerische Leitung: Thyl Hanscho
Dramaturgie: Mag. Ute Bauer
Produktionsleitung: Manami Okazaki, MAS
Foyer & Grafische Gestaltung: Cintia Sepp
Bühnenbild und Kostüme: Paul Kaiba
Konzept: Jakub Kavin