Text & Regie : Thyl Hanscho / Musik : Bernd Oliver Fröhlich
– eine ArcheActs Produktion –
Ticketslink & Mehr Infos: https://theaterarche.at/die-rache-der-fledermaus/
Pressetermine: Nach Anfrage (Endproben ab 23.09.2025. GP am 09.10.2025 um 19:30)
Pressekontakt:
Manami Okazaki, MAS
TEL.: +43 6604740928 oder manami.okazaki@theaterarche.at
Pressematerial zum DL: https://www.theaterarche.at/presse-die-rache-der-fledermaus/
Rosalinde Eisenstein hat genug. Nachdem sie ihrem fremdgehenden Ehemann Gabriel auf die Schliche kommt, und sich ihre eigene Affäre Alfred als übergriffig herausstellt, sagt sie den Männern den Kampf an. Mitilfe des Polizisten Frosch und ihrem Dienstmädchen Adele wird sie ihren Stalker Alfred los und plant, als Batwoman maskiert, ihren Ehemann auf frischer Tat zu ertappen: Auf der Silvesterparty des Oligarchen Orlofsky im Club Fledermaus.
Adele, die „schon immer mal in die Fledermaus“ wollte, wird zum Sidekick zu Rosalindes Heldinnenfigur. Ihrer Chefin zuarbeitend, bemerkt sie im Laufe der Nacht, dass Rosalindes Intrige ihrer liebsten Operette ähnelt: Der Fledermaus von Johann Strauß.
Doch scheint diese Rosalinde nicht auf Versöhnung aus zu sein. Adeles Traum auch einmal Teil des Operettenklassikers sein zu dürfen, kollidiert mit den Vorstellungen Rosalindes, aus den altbekannten Verhältnissen auszubrechen.
Als die beiden Frauen am Neujahrsmorgen wieder aufeinander treffen, haben sie sich besser kennengelernt. Aus dem Machtverhältnis von Chefin und Dienstmädchen ist etwas anderes gewachsen. Verständnis, Zuneigung, vielleicht sogar Solidarität.
Können sie ein neues gemeinsames Ende ihrer Geschichte finden?
Eines, dass sogar Frosch überzeugt, die alte Ordnung seines Lebens hinter sich zu lassen?
Oder war am Schluss doch der Champagner Schuld und alles bleibt beim Alten?
Angeregt durch eine Idee Manami Okazakis begann Thyl Hanscho vor über einem Jahr mit der Spurensuche im Original von Johann Strauß. Welche Perspektiven, Motive und Themen lassen sich in der Operette finden, die durch eine Übersetzung ins Jahr 2025 einen neuen Blick auf die jährlich in Wien gespielte Geschichte zulassen?
Schnell waren zwei Vorsätze für seine Fassung gefunden:
Rosalinde wird von der nur bei der Intrige Mitspielenden zur Intrigantin selbst. Adeles Weg vom Dienstmädchen zur Bühnenkünstlerin, ist nicht mehr ein Nebenstrang, sondern Teil der Haupthandlung. Und der Gefängniswärter Frosch wird davon befreit, nur im dritten Akt aufzutauchen. Was wäre, wenn auch er Teil des Exzesses sein dürfte? Wie verändert sich seine Geschichte, wenn er mehr zu Gesicht bekommt, als nur das Innere seines Gefängnisses (und seiner Slibowitz-Flasche)?
„Was wäre wenn“ – Fragen wie diesen folgend, schrieb Hanscho einen Text, der Originalzitate von Strauss mal mit Freude übernimmt, mal durch eine Rekontextualisierung kritisch hinterfragt, mal durch Bearbeitung zu etwas Neuem transformiert. Durch die Kombination des Witzes im Original mit humoristischen Bat(wo)man-Referenzen wird es Fledermaus-Kenner:innen, ebenso wie -Neulingen ermöglicht, sich zu amüsieren, während Begriffe wie Rache, Gerechtigkeit und Ordnung eine neue Doppeldeutigkeit bekommen.
Dem Status Quo wird der Kampf angesagt, während das von Batmans Gegenspieler Joker bekannte: „Why so serious?“ daran erinnert, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.
Was wäre, wenn die Versöhnung mit Gabriel Eisenstein keine Option ist? Was wäre, wenn Adeles Wunsch, Theater zu spielen, eine Chance auf eine andere Art der Versöhnung wäre? Was wäre, wenn es eigentlich um die Versöhnung der Frauen miteinander und mit sich selbst ginge? Was wäre, wenn diese Versöhnung auch Frosch davon überzeugt, dass mehr in ihm steckt, als nur der trunkene Staatsdiener?
„Die Rache der Fledermaus“ entdeckt das Original von Strauss als Schatzkiste und Spielplatz neu, und baut darin eine Liebeserklärung ans Theater auf, die „Glücklich ist wer vergisst, was nicht zu ändern ist“ uminterpretiert, zum Aufruf, die Hoffnungslosigkeit zu vergessen.
Mit Anne Rab, Sebastian Egger und Manami Okazaki kam ein sich wunderbar ergänzendes Ensemble zusammen.
Anne Rabs jahrelange Erfahrung im Impro- und Sprechtheater lässt sie die oft verbissen und egoistisch wirkende Rosalinde mit solchem Charme erfüllen, dass sie trotzdem eine Protagonistin ist, mit der man mitfiebern möchte und der man glaubt, wenn sie die Unsicherheiten enthüllt, die unter der Heldinnen-Maske liegen
Sebastian Egger bringt nicht nur die nötige Kreativität, Spielfreude und den Witz mit, um einen klassischen Gefängniswärter Frosch zu verkörpern, sondern auch das Interesse und die Experimentierfreude, um die Rolle neu zu interpretieren. Mit seinen Recherchen, die ihn von Hans Moser und Helmut Lohner, über Falcos „Junge Römer“ bis zu Batmans Gegenspieler Joker führen, zeichnet er im Hintergrund von Adeles und Rosalindes Geschichte, das Bild eines jungen österreichischen Mannes, der im Hin und Her von Rausch und Alltag alles zu hinterfragen beginnt.
Manami Okazaki verkörpert mit Leib und Seele, die von der Opernbühne träumende Adele. Selbst Opernsängerin, sang sie schon in ihrem Heimatland Japan „Die Fledermaus“ im Alleingang und versteht die Liebe ihrer Rolle zum Original von Strauss. Mit ihrem Gesang, ihrem Klavierspiel und ihrem Wissen über die Operette, bereichert sie die Produktion auf und abseits der Bühne.
Bernd Oliver Fröhlich nutzt die Originalmusik als Ausgangspunkt, um neue, moderne Klangwelten zu erschaffen und das Werk für die heutige Zeit sowie die komprimierte Besetzung neu zu gestalten. Anstatt die Musik einfach neu zu arrangieren, werden die ikonischen Melodien minimalistisch zitiert, verfremdet und mit heutigen Elementen kombiniert – von Geräuschkulissen über Rap bis zu Housebeats im Club. Dies, um ein neues, junges Theaterpublikum emotional zu erreichen und die Erzählung zu verstärken.
Schauspielerin Anne Rab liefert mit Chanson und Rap neue Klangfarben, während Manami Okazaki, klassische Sopranistin, die Musik mit einer Vielzahl von klanglichen Ideen erweitert. Die musikalische Vielfalt verleiht der Neuinterpretation eine besondere Dynamik und bringt das Werk in einen völlig neuen, aktuellen Kontext.
Die Comic-Referenzen ziehen sich in der Ästhetik der Inszenierung fort. Die Farbschemata der Kostüme orientieren sich am Batman-Universum (z.b Rosalinde/Batwoman in gelb und schwarz, Adele/Robin in rot und grün) und bis auf einzelne Elemente sind jegliche Requisiten zweidimensional (z.B.: Champagnergläser, ausgeschnitten aus Spannplatten und bemalt).
Die Bühne selbst besteht aus bemalten Kartonkisten, die auf je einer Seite die Kulisse des jeweiligen Aktes zeigen, zb.:
Im ersten Akt: Häuserfassaden, sichtbar vom Haus der Eisensteins.
Im zweiten Akt: Die Damentoilette im Club Fledermaus.
Im dritten Akt: Das Gefängnis („Vogelhaus“) von Frosch
Die Zweidimensionalität der Requisiten und die Variabilität des Bühnenbilds erzeugen eine Comic-hafte Kulisse und strahlen dabei eine Do-it-yourself Ästhetik aus, die den Gedanken zulässt, dass diese Bühne von den Figuren selbst für die Erzählung ihrer Geschichte gestaltet wurde.
Ähnlich wie bei der Besetzung verschwimmen hier Wahrheit und Fiktion. Nathalie Noel konzipierte das Bühnenbild. Die Ausarbeitung übernimmt die bildende Künstlerin (und bei „Die Rache der Fledermaus“ Regieassistentin) Cintia Sepp, unterstützt von der Mitarbeit von Ensemble und Team.
Spielort: TheaterArche, Münzwardeingasse 2A, 1060 Wien
Weitere Spieltermine:
11., 22., 23. und 24. Oktober 2025
7., 8., 11., 12., 13., 14. und 15. Dezember 2025
27., 28. und 31. Jänner 2026
Jeweils 19:30 Uhr (außer am 7. und 14. Dezember um 16 Uhr)
Es spielen:
Anne Rab als Rosalinde
Manami Okazaki als Adele
Sebastian Egger als Frosch
Regie & Fassung: Thyl Hanscho
Regieassistenz: Cintia Sepp
Musik & Arrangement: Bernd Oliver Fröhlich
Mastering & Mixing: Volker Wadauer
Ausstattungskonzept: Nathalie Noël
Ausstattung-Ausarbeitung: Cintia Sepp
Mitarbeit Ausstattung: Linda Spectu, Nadja Skudnigg
Kostümteile Adele: Hanna Trofymchuk
Lichtdesign: Ludwig Drahosch
Inspizienz: Cintia Sepp
Hospitanz: Miriam Kufleitner
Aufnahmeleitung und Kamera: Cintia Sepp
Lichtgestaltung Dreh: Sarah Hassan
Dramaturgische Beratung: Julia Terwald
Fotos © Jakub Kavin
zum Download in High Resolution bitte folgende Links anklicken & direkt abspeichern